Sonstiges, »Ruhestörung – Eine Reihe über das Erinnern«
So, 18.10.26
11.00 Uhr
Öffentliche Präsentation der ersten Überlegungen für einen Gedenkort mit Professorin Małgorzata Grzywacz und den fünf Studierenden aus Posen.
Eintritt frei
Ort: Rathaus Brombach, Ringstraße 1, 79541 Lörrach-Brombach
Eine Veranstaltung der Schöpflin Stiftung in Kooperation mit dem Dreiländermuseum, dem Bündnis 5 vor 12 und der Universität Posen (Poznań), Polen
Foto: Lucia Hofmaier
14. – 18. Oktober 2026: Studierende und ihre Professorin Małgorzata Grzywacz von der Universität Posen (Poznań), Polen, erforschen Zwangsarbeit und besuchen dazu Brombach. Gemeinsam mit Schüler:innen der Mathilde-Planck- und der Hellbergschule tauschen sie sich zu einem möglichen Gedenkort am Steinbruch und einen Gedenkpfad für Brombach aus, führen Interviews für eine geplante wissenschaftliche Publikation. Es wirken außerdem mit: Bündnis 5 vor 12 – für Demokratie, gegen Rechtsextremismus mit Birgit Degenhardt und Klaus Nack, die Schöpflin Stiftung, der Museumsverein Lörrach mit seinem Vorsitzenden Markus Moehring und Lara Kneisler-Ehling (beide Historiker:innen). Die AG Erinnerungskultur der Stadt Lörrach begrüßt und begleitet das Projekt.
So 18. Oktober 2026, 11.00 Uhr: Öffentliche Präsentation der ersten Überlegungen für einen Gedenkort mit Professorin Małgorzata Grzywacz und den fünf Studierenden aus Posen im Rathaus Brombach. Mit Ortsvorsteherin Silke Herzog.
Zur Geschichte von »Eine Liebe in Deutschland – in Lörrach-Brombach«
16. Oktober 1941: Der polnische Zwangsarbeiter Stanisław Zasada wird im Brombacher »Hösler Steinbruch« hingerichtet. Weil er die Brombacherin Pauline Kropf liebte. Wenn ein »Fremdvölkischer« eine deutsche Frau liebte, diffamierten und verfolgten die Nazis dies als »Rassenschande«, förmlich als »verbotenen Umgang«. Die Liebenden waren denunziert worden. Zwei Polen wurden gezwungen, Stanisław Zasada vor den Augen von SS- und Gestapo-Prominenz und vor manchen Brombacher:innen zu erhängen. Pauline Kropf wurde in das Frauen-KZ Ravensbrück deportiert. Sie überlebte und kehrte nie wieder nach Brombach zurück.
17. Februar 1978: Ein Vorabdruck von Rolf Hochhuths Roman »Eine Liebe in Deutschland« erscheint in DIE ZEIT. Der Roman erzählt die Geschichte von Stanisław Zasada (1916-1941) und Pauline Kropf (1904-1991). In der Folge und ohne direkten Zusammenhang zur Brombacher Geschichte löst Hochhuth damit die »Filbinger-Affäre« aus: Hochhuth nannte den damaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten (CDU), dem mehrere Todesurteile als Hitlers Marinerichter nachgewiesen wurden, einen »furchtbaren Juristen«. Um sich zu verteidigen, sagte Filbinger »Was damals rechtens war, das kann heute nicht Unrecht sein« (Spiegel, 15.5.1978). Filbinger trat folgerichtig im selben Jahr von seinem Amt zurück.
7. September 1983: Andrzej Wajdas Film »Eine Liebe in Deutschland« feiert bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig Premiere. Mit Hanna Schygulla, Armin Müller-Stahl, Daniel Olbrychski, Piotr Łysak, Bernhard Wicki, Otto Sander, Ben Becker u. v. a.
Der Film konnte nicht an den Original-Schauplätzen in Brombach gedreht werden, die Film-Crew musste nach Eimeldingen, Tumringen, Efringen und Laufenburg ausweichen.
11. Juli 2025: Zwei Stolpersteine werden für Stanisław Zasada und Pauline Kropf vor deren ehemaligem Dorfladen in der (heutigen) Lörracher Straße 13 in Brombach verlegt.
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Weitere Informationen zur Veranstaltungsreihe »Ruhestörung – eine Reihe über das Erinnern« gibt es hier: www.schoepflin-stiftung.de/ruhestoerung