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So, 27.1.19
Wintergäste reloaded

Joseph Roth: Das falsche Gewicht

Literatur

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16:30 Uhr
Ort: Druckereihalle im Ackermannshof (CH)
Eintritt: 25 / 15 CHF (ermäßigt für Jugendliche)

weitere Vorstellung um 11:00 Uhr im Werkraum Schöpflin

Mit: Vincent Leittersdorf
Dramaturgie/Realisation: Marion Schmidt-Kumke

Es ist die in brennenden Farben und fesselnden Bildern erzählte Geschichte des Eichmeisters Anselm Eibenschütz, einem Mann, der
aus Liebe schuldig wird. Nach zwölf Jahren Militärdienst nimmt er seiner Frau zuliebe den Posten eines k.u.k-Eichmeisters an. Auf seinem kleinen Wagen fährt er durch die Dörfer, prüft Maße und Gewichte der Händler. Doch in einer Gegend, in der Bestechung und Betrug an der Tagesordnung sind, ist einer wie Eibenschütz, der gewissenhaft die Einhaltung der Gesetze überwacht, ein geborener Feind.
Der glänzende Erzähler und Figurenerfinder Roth, schuf mit der Geschichte über diesen redlichen Mann ein unvergessliches Gleichnis mit dem Bild der Gewichte, die falsch und richtig zugleich sind. 
„Roth war ein gehetzter Mensch, ein Mann am Abgrund. Von seiner Sprache indes geht eine vollkommene Ruhe aus, ja Abgeklärtheit.“ (Marcel Reich-Ranicki) 

Joseph Roth [1894 – 1939] 
Im ostgalizischen Städtchen Brody (damals Österreich-Ungarn) geboren, brach Roth früh nach Westen auf: Er studierte in Wien Germanistik, meldete sich 1916 freiwillig zum Militärdienst im Ersten Weltkrieg und kam in russische Gefangenschaft. Nach dem Krieg arbeitete er sehr erfolgreich als Journalist und bereiste ganz Europa. 
„Ich bin ein Franzose aus dem Osten, ein Humanist, ein Rationalist mit Religion, ein Katholik mit jüdischem Gehirn, ein wirklicher Revolutionär“, schrieb er in einem Brief aus Odessa. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten emigrierte er nach Paris. Doch weder finanziell noch persönlich kam Roth wieder auf die Beine. Im Jahr 1939, von Alkoholkonsum gezeichnet, starb Joseph Roth in einem Pariser Armenhospital. Unter ein Selbstporträt schrieb er im November 1938: „Das bin ich wirklich; böse, besoffen, aber gescheit.“ 

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