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Mi, 8.7.15
Themenreihe "WEISSE WÖLFE"

Film "Der Kick"

Film


20 Uhr
Eintritt frei – Spenden erwünscht

In der Nacht zum 13. Juli 2002 misshandeln die Brüder Marco und Marcel Schönfeld und ihr Bekannter Sebastian Fink den 16jährigen Marinus Schöberl. Täter und Opfer kennen sich. Sie kommen aus Potzlow, einem Dorf 60 Kilometer nördlich von Berlin. In einem Schweinestall muss Marinus in die Kante eines Futtertrogs beißen. Nach dem Vorbild des Bordsteinkicks aus dem Film "American History X" tötet Marcel sein Opfer durch einen Sprung auf den Hinterkopf. Vier Monate später werden die Überreste von Marinus Schöberl gefunden.

Regisseur Andres Veiel und Dramaturgin Gesine Schmidt begaben sich monatelang auf Spurensuche, sprachen mit den Tätern, Dorfbewohnern, Angehörigen von Opfer und Tätern und studierten Akten, Verhörprotokolle, Anklage, Plädoyers und Urteil des Gerichtsprozesses. Die Ergebnisse verdichteten sie zu einem filmischen Protokoll für zwei Schauspieler. Es geht darum, über das Entsetzen hinaus Fragen zuzulassen, Brüche auszuhalten und einen Bruchteil zu verstehen." (Andreas Veiel)
 

Andres Veiel
wurde 1959 in Stuttgart geboren und hat neben dem Studium der Psychologie in Berlin eine Ausbildung im Rahmen der Internationalen Regieseminare am Künstlerhaus Bethanien, vorwiegend bei Krzysztof Kieslowski, absolviert. Seine Dokumentarfilme wurden vielfach ausgezeichnet, u.a. Deutscher Filmpreis und Friedenspreis der Berlinale für Winternachtstraum (1993), Adolf-Grimme-Preis für die Überlebenden (1996) sowie Europäischer Filmpreis für Black Box BRD (2001) u.v.a. 2005 wurde Andres Veiel mit dem Konrad-Wolf-Preis der Akademie der Künste ausgezeichnet.


Pressestimmen
Was, wenn es außerhalb dieser großartigen Aufarbeitung des Deutschlandkomplexes keine richtigen Antworten gibt? Der Kick ist wie ein Kreislaufkollaps, schwindelerregend und heilsam. Es muss einem erst schwarz vor Augen werden, bevor man die Welt wieder scharf sehen kann. (Frankfurter Rundschau)

Nach diesem Film hat man das Gefühl, einer Wahrheit nahe gekommen zu sein, die jenseits des Sagbaren liegt. (Berlin-Brandenburgisches Sonntagsblatt)

Eine schauspielerische Meisterleistung des Understatements. Veiels brechtianischer Ansatz hält das Publikum auf Distanz und ermöglicht es, den Fall unbeeinflusst von emotionalisierender Rhetorik zu bewerten. Die herausragende, vielschichtige Darstellung fesselt weit mehr, als es eine oberflächliche Beschreibung des Films vermitteln könnte. (Screen International)

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