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So, 13.1.19
Wintergäste reloaded

Christa Wolf: Medea. Stimmen

Literatur

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16:30 Uhr
Ort: Werkraum Schöpflin (D)
Eintritt: 18 / 9 € (ermäßigt für Jugendliche)

weitere Vorstellung um 11:00 Uhr in der Reithalle im Wenkenhof, Riehen (CH)

Mit: Mario Fuchs, Vincent Glander, Christian Heller, Claudia Jahn, Sibylle Mumenthaler, Lisa Stiegler
Dramaturgie/Realisation: Marion Schmidt-Kumke

„Medea. Stimmen“ liest sich wie ein spannender Politthriller.Sechs Stimmen erzählen aus sechs verschiedenen Perspektiven. Wenn der Medea-Mythos heute aktuell scheint,
dann im Licht der Wolf’schen Neudeutung.
Sie unternimmt eine radikale Korrektur des gängigen Medea-Bildes. Erst seit Euripides, vorher nicht, ist Medea die blutrünstige Furie, die ihre Kinder mordet. Wolf fragt nach der Deutungshoheit über Historie – und danach, wessen Interesse es ist, die „wilde Frau“ als Mörderin hinzustellen: „Mein Schreibmotiv für Medea war, die Frage nach den selbstzerstörerischen Tendenzen unserer abendländischen Zivilisation, die umso verhängnisvoller werden, je mehr wir unsere Vernichtungswaffen vervollkommnen. Wenn unsere Kultur in Krisen gerät, fällt sie immer wieder auf das gleiche Verhalten zurück: die Schuld bei Außenseitern suchen, diese ausgrenzen, sie zu Sündenböcken stempeln.“ 

Christa Wolf [1929 – 2011]
Geboren in Landsberg (heute Polen), floh sie mit ihrer Familie 1945 nach Mecklenburg. Sie studierte Germanistik, war wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Deutschen Schriftstellerverband, Cheflektorin des Verlags Neues Leben u.a.
Ab 1962 arbeitete sie als freie Schriftstellerin. Christa Wolf zählt zu den bedeutendsten Schriftstellerinnen der Gegenwart. 

Ihr umfangreiches erzählerisches Werk wurde in alle Weltsprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der Georg-Büchner-Preis und der Thomas-Mann-Preis. „Sie war Kassandra, sie war ‚IM Margarete’, sie war die Rednerin des 4. November 1989, sie war Autorin (...) Sie war Sozialistin, Mitglied der SED und Ausgestoßene (...) Christa Wolf war eine Schriftstellerin der Tugend und des Gewissens. Eine, die aneckte. Manchmal. Und manchmal, weil sie es wollte.“ (Süddeutsche Zeitung zu Christa Wolfs Tod 2011) 


© MEDEA. STIMMEN von Christa Wolf vertreten durch Gustav Kiepenheuer Bühnenvertriebs-GmbH, Berlin. 

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